Arbeitsrechtliche Konflikte unter strafrechtlichen Gesichtspunkten


Da Herr Rechtsanwalt Sturm Fachanwalt sowohl im Arbeitsrecht als auch im Strafrecht ist und somit umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen bei der Bearbeitung von Rechtsproblemen – auch komplexer Art – aus beiden Rechtsgebieten mitbringt, ist er besonders prädestiniert für die Lösung von Fällen, die beide Fachbereiche betreffen.

Beispielhaft sei der Fall eines Arbeitnehmers genannt, dem ein Diebstahl zu Lasten seines Arbeitgebers oder eine sexuelle Belästigung einer Kollegin vorgeworfen wird. In solchen Fällen steht nicht nur eine fristlose Kündigung ins Haus, vielmehr wird der Arbeitnehmer auch mit einer Strafanzeige rechnen müssen. In schwereren Fällen muss der Arbeitnehmer auch eine Durchsuchung oder Inhaftierung in Kauf nehmen.

Wird der Arbeitnehmer mit einem solchen Vorwurf konfrontiert, so ist ein schnelles und überlegtes Handeln angezeigt.

Leider ist oft festzustellen, dass jedoch von manchen Anwälten eine einseitige Beratung erfolgt. Spezialisten – Fachanwälte – legen ihr Augenmerk in der Beratung oftmals einseitig auf ihr Fachgebiet – Arbeitsrecht oder Strafrecht. Dem Mandanten wird dann angeboten, ihre Interessen auch auf dem anderen Rechtsgebiet “mal mit” wahrzunehmen. Gerade im Arbeitsrecht als auch im Strafrecht ist dies jedoch nicht möglich! So sind für eine sachgerechte Vertretung im Arbeitsrecht z, B. oft vertiefte Kenntnisse im Tarifrecht oder im Betriebsverfassungsrecht erforderlich. Im Falle einer Kündigung muss der Rechtsanwalt die Unterschiede zwischen Verdachtskündigung und Tatsachenkündigung kennen und rechtssicher beherrschen können. Hierfür ist auch die stetige Fortbildung nötig, die für einen Fachanwalt obligatorisch ist. Treten in dem Rechtsfall strafrechtliche Aspekte hinzu, so ist die einem Fachanwalt für Strafrecht eigene Erfahrung erforderlich, um auch in schwierigen Lagen, so z. B. bei Durchsuchungen oder Verhaftungen angemessen reagieren zu können.

Regelmäßig müssen die Folgen einer Aktion oder Reaktion auf den beiden Rechtsgebieten abgewogen werden. So kann ein aus strafrechtlicher Sicht zunächst sinnvolles Schweigen beispielsweise die Chancen im Arbeitsverfahren im Rahmen einer Anhörung bei einer beabsichtigten Verdachtskündigung verringern. Eine freimütige Stellungnahme in der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung kann jegliche Chancen im Strafverfahren zunichte machen.

Oftmals wird im Strafverfahren eine sofortige Gegenanzeige empfohlen – was aus taktischen Gesichtspunkten im Einzelfall sinnvoll sein kann. Im Falle eines solchen Vorgehens sind dann jedoch auch die arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu berücksichtigen. Wird eine Anzeige gegen einen Mitarbeiter oder gar den Arbeitgeber gestellt, so ist eine Weiterbeschäftigung selbst im Falle der nachgewiesenen Unschuld kaum noch denkbar, da die Atmosphäre am Arbeitsplatz nachhaltig zerstört ist. In einem solchen Fall sind zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen, nicht zuletzt Alter und Ausbildung des Mandanten, um einschätzen zu können, ob eine realistische Chance für eine neue Stelle am Arbeitsmarkt besteht.

Es kommt bei der Überlegung, wie sinnvoll vorzugehen ist, oftmals auf Rechtsfolgen an, die leicht übersehen werden können, wenn die Vertretung und Verteidigung nicht durch einen kompetenten Fachanwalt erfolgt.

Manchmal kann ein Geständnis und ein Verzicht auf ein arbeitsrechtliches Verfahren den Arbeitgeber dazu bewegen, dem Arbeitnehmer ein dem beruflichen Fortkommen dienliches Zeugnis zu erteilen, was dann von dem Arbeitsrechtler hinsichtlich versteckter negativer Formulierungen zu überprüfen wäre. Ob dieses Vorgehen sinnvoll ist, muss jedoch im Einzelfall beurteilt werden, da stets abzuwägen ist, ob ein Rechtsstreit vor dem Arbeitsgericht Aussicht hat, den Arbeitsplatz zu erhalten oder ob ein schneller Arbeitsplatzwechsel möglich und sinnvoller wäre. Auch können bei einem besonnenen Vorgehen oftmals Abfindungen ausgehandelt werden. Nicht selten drohen bei einer strafrechtlichen Verurteilung auch Berufsverbote und Eintragungen in das polizeiliche Führungszeugnis, was erhebliche Nachteile für die wirtschaftliche Existenz des Mandanten nach sich ziehen kann.

Sollte letztlich eine einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses zwischen den Arbeitsvertragsparteien vereinbart werden, so kommt es darauf an, dass bei der optimierten Formulierung des Aufhebungsvertrages alle Ansprüche und Folgen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses berücksichtigt werden, bis hin zu den möglichen Sanktionen durch die Agentur für Arbeit.

Sowohl das Arbeitsrecht, als auch das Strafrecht sind besonders rechtsprechungsintensive Rechtsgebiete, die darüber hinaus einer stetigen Weiterentwicklung und Erweiterung in der Gesetzesmaterie unterliegen, sodass nur die grundlegende Aus- und regelmäßige Fortbildung, der ein Fachanwalt unterliegt, eine sachgerechte Beratung und Vertretung gewährleisten kann.