Beratung und Vertretung des (GmbH-)Geschäftsführers


Auch wenn der Geschäftsführer ähnlich einem Arbeitnehmer für ein Unternehmen Dienste erbringt, so unterscheiden sich die Rechte und Pflichten erheblich.

Der Geschäftsführer, der vertretungsberechtigtes Organ der GmbH ist, unterfällt nicht den günstigen arbeitsrechtlichen Regelungen, wie zum Beispiel dem Kündigungsschutzgesetz.

Kommt es zu Konflikten zwischen einem (Fremd-) Geschäftsführer und den Gesellschaftern, so bildet vornehmlich der Geschäftsführervertrag den Rahmen für die Ansprüche des Geschäftsführers. Im ungünstigsten Fall muss der Geschäftsführer – insbesondere der Fremdgeschäftsführer – das Unternehmen von heute auf morgen verlassen, ohne Kündigungsfrist, Abfindung oder sonstige finanzielle Absicherung.

Aus diesem Grunde ist es bei Begründung eines Geschäftsführer-Dienstvertrages vornehmliche Aufgabe, einen umfassenden individuellen Dienstvertrag zu erstellen, der u. a. folgende Themen berücksichtigen sollte:

  • Vertragsdauer
  • Kündigungsmodalitäten
  • Abfindungsregelungen
  • Urlaubsansprüche
  • Gehalt
  • Tantiemen
  • Fahrzeugnutzung
  • Telefonnutzung
  • Spesen
  • Prämien
  • Versicherungen
  • Pensionszusagen
  • Wettbewerbsregelungen


Vor der Benutzung von Formularverträgen kann nur gewarnt werden!

Oftmals wird gerade in vorgefertigten Verträgen nicht der Situation des (Fremd-) Geschäftsführers für den Fall einer Abberufung Rechnung getragen, sodass es teilweise für den Geschäftsführer zu untragbaren Folgen kommen kann.

Ebenso sollte ein Dienstvertrag für den Fall, dass der Geschäftsführer zuvor Arbeitnehmer der Gesellschaft war, eine Regelung getroffen werden, was mit dem Arbeitsverhältnis geschieht. Dies könnte zum Beispiel ruhend gestellt werden, sodass im Falle der Beendigung des Geschäftsführerverhältnisses das Arbeitsverhältnis wieder auflebt und so dem Mitarbeiter eine zusätzliche Sicherheit – aufgrund der arbeitsrechtlichen Rechte – geboten wird. Ohne eine ausdrückliche Regelung im Dienstvertrag wird grds, davon auszugehen sein, dass das Arbeitsverhältnis mit Begründung des Dienstverhältnisses aufgehoben wird.

Ein weites Feld unserer Beratung sind auch die Haftungsfälle des Geschäftsführers. Oft wird auch dieser Problemtick nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt, obgleich der Geschäftsführer bei entsprechendem Fehlverhalten in die persönliche Haftung mit seinem gesamten Vermögen geraten kann.

Hiermit im engen Zusammenhang stehen die strafrechtlichen Haftungsgefahren – beispielhaft seien hier genannt:

  • Untreue
  • Falschangaben bei Gründung
  • Nichtanzeige eines Verlustes i. H. der Hälfte des Stammkapitals
  • Nichtanzeige bei drohender Zahlungsunfähigkeit
  • Insolvenzverschleppung

Die Probleme innerhalb des Geschäftsführerverhältnisses sind vielfältig. Nicht geringer sind die Schwierigkeiten, wenn der Geschäftsführer gleichzeitig Gesellschafter in einer Mehrpersonen-GmbH ist. Hier tritt im Falle einer Abberufung und Kündigung dann auch noch regelmäßig die Beendigung des Gesellschafterverhältnisses in den Blickpunkt. Derartige Konfliktfälle sind meist nur ganzheitlich durch umfassende Vergleiche zu regeln. Hier ist ein besonderes und ausdauerndes Verhandlungsgeschick gefragt, da ansonsten zahlreiche Kräfte und Finanzen zehrende Gerichtsverfahren drohen. Allerdings wird erforderlichenfalls auch die schnelle Einleitung eines gerichtlichen Eilverfahrens angezeigt sein, um überhaupt erst die Grundlagen für eine ausgewogene Verhandlungsposition schaffen zu können. Hier ist Taktik und Erfahrung gefragt.