Strafverteidiger München – Fachanwalt für Strafrecht


Die Funktion des Strafverteidigers

Meist gelangt der Beschuldigte erstmals in Kontakt mit einem Verfahren, mit dem er noch nichts zuvor zu tun hatte und das für ihn als Nicht-Juristen kaum zu durchschauen ist. Die vornehmliche Funktion des Strafverteidigers ist es, den Beschuldigten – seinen Mandanten – sachgerecht zu beraten und ihn durch das Verfahren zu führen.

Der Verteidiger hat insbesondere die prozessualen Rechte seines Mandanten zu überwachen und konsequent durchzusetzen. Im Interesse des Mandanten hat er die Kommunikation zur Staatsanwaltschaft und dem Gericht herzustellen oder – soweit erforderlich – auch nicht vor einer so genannten Konfliktverteidigung zurückzuschrecken.

Der Verteidiger ist verpflichtet, die Interessen seines Mandanten einseitig zu vertreten. Der deutsche Verteidiger hat zwar standesrechtliche sowie strafrechtliche Grenzen zu beachten, jedoch hindert ihn dies nicht an einer effektiven Strafverteidigung. Im Gegensatz zu dem teils theatralischen Auftreten von Strafverteidigern in anderen Rechtssystemen ist es die Aufgabe des deutschen Strafverteidigers unter Anwendung der materiellrechtlichen und der prozessualen Regelungen das Strafverfahren zu führen. Dies beginnt bereits im Ermittlungsverfahren bei der Beratung des Mandanten und der Entscheidung über das Aussageverhalten. Bereits frühzeitig muss zum Beispiel entschieden werden, ob bzw. wann der Mandant eine Einlassung zur Sache abgibt.

Im weiteren Verlauf des Verfahrens ist dann die Verteidigung in der Hauptverhandlung vorzubereiten. Hierbei ist dann mit dem Mandanten anhand der Ermittlungsakte die Verteidigungsstrategie, z.B. die Beantragung von Beweiserhebungen vorzubereiten.

Soweit in der Hauptverhandlung eine geständige Einlassung des Mandanten – wegen dessen Unschuld – nicht in Frage kommt, so hat der Strafverteidiger von den prozessualen Möglichkeiten ( Beweisanträge, Aussageverweigerungsrecht, Beweisverwertungs – und Beweiserhebungsverbote etc. ) Gebrauch zu machen. Soweit der Verteidiger Fehler im Prozess feststellt, so hat er diese – in den meisten Fällen – zu rügen, um einem Rechtsmittelgericht die Überprüfung des Verfahrens auf Fehler zu ermöglichen. Mag ein Verteidiger die Gesetze noch so gut kennen und Fehler im Verfahrensgang feststellen, so nützt dies dem Mandanten wenig, wenn der Verteidiger seine Bedenken und Rügen nicht vorbringt.

Weiter ist der Strafverteidiger insbesondere bei der Befragung von Zeugen gefordert. Vielfach werden durch unerfahrene Prozessbeteiligte nicht nur wenig zielführende sondern oftmals auch nachteilige Fragen an die Zeugen gerichtet. Unter dem Grundsatz „in dubio pro reo“ ist oftmals die nicht gestellte – falsche – Frage wertvoller für den Verfahrensausgang, als die an einen Belastungszeugen gestellte Frage, der diese möglicherweise unerwartet oder falsch beantwortet, was unter Umständen zu einer höchst schwerlich gut zu machenden Belastung für den Mandanten führen kann.

Das Verhältnis zwischen dem Strafverteidiger und dem Mandanten sollte vertrauensvoll sein. Zwar kommt es grundsätzlich nicht darauf an, ob der Mandant schuldig ist oder nicht. Jedoch ist es von Vorteil, wenn der Mandant den Verteiger zumindest in groben Zügen mit dem wahren Sachverhalt bekannt macht. Erklärt der Mandant dem Verteiger nämlich, dass er unschuldig ist, so wird der Verteidiger sicherlich anders beraten und eine andere Taktik vorschlagen, als wenn der Mandant ihm gegenüber seine Schuld eingeräumt hat. In diesem Falle hätte der Verteidiger den Mandanten auch alternativ über die Vorteile eines strafmildernden Geständnisses zu informieren, insbesondere wenn der Verteidiger einschätzen kann, dass die sich aus der Ermittlungsakte ergebenen Beweise mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einer Verurteilung führen würden. Letztlich ist es jedoch die Entscheidung des Mandanten, die der Strafverteidiger zu beachten hat, ob für ihn ein Geständnis in Frage kommt. Ohne die Kenntnis des tatsächlichen Sachverhalts wäre auch nicht auszuschließen, dass der Verteidiger möglicherweise Beweismittel benennt, die das Gegenteil dessen bewirken was beabsichtigt gewesen ist. Eine gewisse Offenheit zwischen dem Verteidiger und seinem Mandanten ist daher Voraussetzung für eine sachgerechte und effiziente Verteidigung. Alle Informationen, die der Verteidiger von seinem Mandanten erhält unterliegen dem Mandatsgeheimnis, sodass der Mandant sich auf die Verschwiegenheit seines Verteidigers verlassen kann.